17. Speyerer Tage des Friedhofs- und Bestattungsrechts
Vom 18.09. – 19.09. 2025 fanden in diesem Jahr zum 17. Mal die Speyerer Tage zum Friedhofs- und Bestattungsrecht statt. Die Tagung wurde wissenschaftlich geleitet von Prof. Dr. Ulrich Stelkens und bot wie gewohnt eine wichtige Plattform für den Austausch von Wissenschaft, Verwaltung, kommunalen Friedhofsverwaltungen sowie der Bestattungsbranche. Sie trägt damit dem Umbruch im Friedhofs- und Bestattungswesen Rechnung, der sich durch gesellschaftliche Veränderungen, zunehmende religiöse Vielfalt, veränderte Trauer- und Bestattungskulturen, aber auch durch Liberalisierungstendenzen auszeichnet.
Im Mittelpunkt standen mehrere aktuelle Themenblöcke:
Das neue Bestattungsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz wurde vorgestellt.
Leistungsstörungen im Grabnutzungsrecht – mit Blick auf Rechte und Pflichten bei Grabstättenverlängerung, Nutzungsdauer etc.
Eine kompakte Zusammenfassung aktueller Rechtsprechung im Friedhofs- und Bestattungsrecht.
Der digitale Wandel war Thema: Einführung der elektronischen Todesbescheinigung im Land Rheinland-Pfalz und Pilotierung einer bundeseinheitlichen eTB (elektronische Todesbescheinigung).
Ökonomische Herausforderungen des Friedhofswesens – insbesondere Kostendeckung und Gebührenkalkulation wurden erörtert.
Ein internationaler Blick: Das Bestattungsrecht in Dänemark wurde als Vergleichsfall präsentiert.
Neben diesen fachlichen Beiträgen bot die Tagung Raum für Diskussionen, in denen die verschiedenen Perspektiven aus Verwaltung, Kirche, Bestattergewerbe und Wissenschaft aufeinandertrafen.
Folgende zentrale Erkenntnisse lassen sich zusammenfassen:
Rechtsrahmen bleibt in Bewegung: Mit dem neuen Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz wird der rechtliche Rahmen modernisiert, um neue Bestattungsformen und digitale Verfahren zu ermöglichen.
Digitalisierung dringt ein: Die elektronische Todesbescheinigung steht beispielhaft für die Digitalisierung eines bislang sehr traditionellen Bereichs.
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung: Friedhöfe und Bestatterbetriebe stehen vor dem demografischen Wandel, sich verändernde Sterbezahlen und steigenden Kosten – Gebührenkalkulation und Effizienz sind daher zentral.
Diversität der Bestattungsformen wächst: Mehr alternative Bestattungsformen, internationale Vergleiche und ein größeres Bewusstsein für Trauer- und Erinnerungsräume zeigen, wie das Umfeld sich verändert.
Interdisziplinärer Austausch ist wichtig: Die Veranstaltung bestätigt, dass nicht nur rechtliche Fragen, sondern auch ethische, soziale und ökonomische Aspekte gemeinsam bedacht werden müssen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die 17. Speyerer Tage einmal mehr bewiesen haben, wie relevant und dynamisch das Themenfeld „Friedhofs- und Bestattungsrecht“ ist. Wer in diesem Bereich tätig ist – ob kommunal, kirchlich oder gewerblich – konnte hier wertvolle Impulse, praxisorientierte Erkenntnisse und einen Blick über den Tellerrand gewinnen.
Die Tagung wird im kommenden Jahr voraussichtlich vom 10. – 11. September stattfinden.